Die Stiepeler Fliegenkirmes – Mehr als 1.000 Jahre lebendige Tradition

Stiepeler Fliegenkirmes Fliegenplage

Die Stiepeler Fliegenkirmes in Bochum-Stiepel zählt zu den ältesten Volksfesten in Deutschland und ist ein kulturelles Markenzeichen des Stadtteils. Hier trifft jahrhundertealte Tradition auf lebendige Nachbarschaftskultur – ein Brauchtum, das heute Jung und Alt zusammenbringt.


📜 Ursprung und historische Entwicklung

🌾 Mittelalterlicher Ursprung

Die Wurzeln der Stiepeler Fliegenkirmes reichen über 1 000 Jahre zurück: Historische Quellen nennen die Gründung der Stiepeler Dorfkirche um 1008 als Ausgangspunkt der Feierlichkeiten. Zu dieser Zeit verband man kirchliche Weihe mit einem Volksfest und einem dazugehörigen Markt – so entstanden die ersten kirmesähnlichen Zusammenkünfte.

Der ungewöhnliche Name „Fliegenkirmes“ geht auf den ursprünglichen Viehmarkt zurück: Dort zogen die Tiere viele Fliegen an, was dem Fest in der Umgangssprache früh seinen Beinamen gab. Noch heute erinnert eine Kleintierausstellung mit Geflügel und anderen Tieren an diese Vergangenheit.

⛪ Kirche und Gemeinschaft

Die Stiepeler Dorfkirche ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern das geistige Zentrum des Festes. Wie bei mittelalterlichen Kirchweihen üblich, wurde die Kirmes lange Zeit im kirchlichen Rahmen begangen – mit Gottesdiensten, Segnungen und Prozessionen.

Mit wachsender Bedeutung des Volksfest­charakters trat der religiöse Ursprung mehr in den Hintergrund, blieb aber als Symbol für Gemeinschaft und Tradition erhalten.


📆 Zeitleiste Stiepeler Fliegenkirmes: Von den Anfängen bis heute

ZeitEntwicklung
Um 1008Erste kirchliche Kirmesveranstaltungen rund um die Stiepeler Dorfkirche; Kirche als Mittelpunkt von Fest und Markt.
Mittelalter & frühe NeuzeitRegelmäßige Volksfeste mit Viehmarkt und kirchlichen Feiern; zunehmende Bedeutung als Treffpunkt der Region.
18.–19. Jh.Jahrmarktcharakter nimmt zu; Schausteller, Händler und Handwerk prägen das Fest.
1880er JahreLokale Vereine wie der Knappenverein Schlegel & Eisen engagieren sich aktiv – ein Zeichen der wachsenden Gemeinschaftsbeteiligung.
20. Jh.Traditionelle Elemente bleiben lebendig, neue Fahrgeschäfte und Spiele bereichern das Fest.
2020er JahreDie Fliegenkirmes feiert regelmäßig ihre über 1 000. (z. B. 1014., 1015.) Ausgabe und verbindet traditionelle Marktteile mit modernen Attraktionen.

🎪 Tradition trifft Moderne

Heute ist die Fliegenkirmes ein rund vier­tägiges Volksfest im Herbst mit einem abwechslungsreichen Angebot:

  • Fahrgeschäfte und klassische Jahrmarktspiele für Groß und Klein
  • Kulinarische Stände mit lokalen und internationalen Spezialitäten
  • Musik- und Unterhaltungsangebote
  • Traditionelle Elemente, wie der Viehmarkt mit Kleintierausstellung und lokalen Vereinsständen

Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, Vereinen und der Kirchengemeinde, die zeigt, wie eng Tradition und Gemeinschaft hier verwoben sind.


📌 Fazit Stiepeler Fliegenkirmes

Die Stiepeler Fliegenkirmes ist weit mehr als nur ein Volksfest:
Sie ist ein lebendiges Stück Geschichte, ein Ort der Begegnung und ein Symbol für eine Region, die ihre Wurzeln pflegt und zugleich offen für Neues ist. Mit jedem Jahr wächst sie weiter – stets verbunden mit der Tradition aus dem Mittelalter.


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Stiepeler Fliegenkirmes (Bochum)

Stiepeler Fliegenkirmes Bochum

25.09.26 | 14:00 28.09.26 | 22:00

Stiepeler Fliegenkirmes (Bochum)
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Stiepeler Fliegenkirmes – gelebte Tradition mit einzigartiger Geschichte

Die Stiepeler Fliegenkirmes zählt zu den traditionsreichsten Volksfesten im Ruhrgebiet und nimmt innerhalb der nordrhein-westfälischen Kirmeslandschaft eine besondere Stellung ein. Tief verwurzelt im Bochumer Stadtteil Stiepel, verbindet sie religiöse Ursprünge, dörfliches Brauchtum und klassische Kirmesatmosphäre. Aufgrund ihrer langen Überlieferung gilt sie nicht nur als älteste Kirmes Bochums, sondern wird vielfach auch als möglicherweise älteste Kirmes in Nordrhein-Westfalen bezeichnet.

Ursprung und historische Einordnung der Stiepeler Fliegenkirmes

Der Name „Fliegenkirmes“ geht auf eine historische Wallfahrt zurück. Der Überlieferung nach baten Gläubige einst um Schutz vor einer massiven Fliegenplage, die Mensch und Vieh bedrohte. Aus dieser kirchlichen Tradition entwickelte sich im Laufe der Zeit ein weltliches Volksfest, das seinen ursprünglichen Namen bis heute bewahrt hat.

Zwar ist der genaue Ursprung der Fliegenkirmes historisch nicht lückenlos dokumentiert, dennoch verweisen Überlieferungen und lokale Chroniken auf eine außergewöhnlich lange Festtradition. Aufgrund dieser Kontinuität wird die Stiepeler Fliegenkirmes häufig als eine der ältesten, teils sogar als die älteste noch gefeierte Kirmes in NRW eingeordnet – ein Alleinstellungsmerkmal, das ihren besonderen Stellenwert unterstreicht.

Kirmesflair rund um die Dorfkirche

Das Zentrum der Stiepeler Fliegenkirmes liegt rund um die historische Dorfkirche St. Marien und die angrenzenden Plätze. Hier entsteht eine bewusst überschaubare Kirmes, die sich harmonisch in das dörfliche Umfeld einfügt und ihren traditionellen Charakter bewahrt.

Typisch sind klassische Fahr- und Laufgeschäfte, die durch Spielstände, gastronomische Angebote und süße Kirmesspezialitäten ergänzt werden. Moderne Attraktionen treten dabei bewusst in den Hintergrund – im Fokus steht das authentische Volksfestgefühl.

Nachbarschaftsfest mit familiärem Charakter

Die Fliegenkirmes gilt als echtes Nachbarschafts- und Familienfest. Viele Besucher schätzen die ruhige, persönliche Atmosphäre, kurze Wege und das generationenübergreifende Miteinander. Gerade für Familien mit Kindern bietet die Kirmes ideale Bedingungen und unterscheidet sich damit deutlich von großstädtischen Großkirmessen.

Bedeutender Bestandteil der Bochumer Festkultur

Über Stiepel hinaus ist die Fliegenkirmes ein fester Bestandteil des Bochumer Veranstaltungskalenders. Sie steht beispielhaft für den Erhalt regionaler Volksfesttraditionen und zeigt, wie historisch gewachsenes Brauchtum bis heute lebendig gehalten wird.

Fazit

Die Stiepeler Fliegenkirmes ist weit mehr als eine gewöhnliche Kirmes. Als älteste Kirmes Bochums und möglicherweise älteste Kirmes Nordrhein-Westfalens verkörpert sie gelebte Geschichte, dörfliche Gemeinschaft und traditionsreiche Festkultur. Wer authentisches Kirmesflair in besonderem historischen Umfeld erleben möchte, findet hier ein Volksfest mit außergewöhnlichem Charakter und tiefer Verwurzelung.


25.09.26 | 14:00 28.09.26 | 22:00

🕑 Typische Öffnungszeiten

Tagvonbis
Freitag15:00 Uhr22:00 Uhr
Samstag14:00 Uhr22:00 Uhr
Sonntag11:00 Uhr 21:00 Uhr
Montag11:00 Uhr20:00 Uhr

Kath. Kirchengemeinde St. Marien Bochum-Stiepel

Veranstalter-Website anzeigen

Stiepeler Dorfkirchplatz

Brockhauser Straße 74a
Bochum-Stiepel, Nordrhein-Westfalen 44797 Germany
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👉 Siehe hierzu auch

Die Geschichte vom Pützchens Markt

Pützchens Markt Bonn

Der Pützchens Markt in Bonn gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Volksfesten Deutschlands. Seine Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert, genauer gesagt auf das Jahr 1667. Der Name „Pützchen“ leitet sich von dem regionalen Wort „Pütz“ ab, was „Brunnen“ oder „Quelle“ bedeutet. Zentral für den Markt sind die kleine Kapelle St. Maria im Pützchen und die heilkräftige Quelle, die im Volksmund als „Pützchen“ bekannt ist.

Die Quelle und die Kapelle waren schon im Mittelalter bedeutende Wallfahrtsorte. Pilger aus der gesamten Region kamen, um das Wasser der Quelle zu nutzen und Gebete zu sprechen. Ursprünglich war der Ort nicht nur der Heiligen Maria geweiht, deren Fürbitte und Schutz die Menschen suchten, sondern auch mit der Heiligen Adelheid von Schaumburg verbunden. Die Verehrung der Heiligen Adelheid konzentrierte sich besonders auf Wohltätigkeit und Heilung, wodurch der Ort eine doppelte spirituelle Bedeutung erhielt: Die Pilger baten um Heilung und Segen und brachten Opfergaben dar.

Aus dieser Wallfahrts- und Andachtstradition entwickelte sich allmählich ein Jahrmarkt. Händler und Handwerker stellten Stände auf, boten Lebensmittel, Waren und kleine Souvenirs an, und die Verbindung von Glaube, Gemeinschaft und Handel legte den Grundstein für das spätere Volksfest.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Pützchens Markt zunehmend zu einem Kirmesereignis. Schausteller, Karussells und Schaubuden bereicherten das Fest, während die reine Wallfahrtsaktivität in den Hintergrund trat. Historische Berichte erwähnen einfache Holzkarussells, Schießbuden und Zuckerwattestände, die bereits zahlreiche Besucher aus Bonn und Umgebung anzogen. Die Kapelle St. Maria und die Verehrung der Heiligen Adelheid blieben jedoch als historische und spirituelle Bezugspunkte erhalten.

Mit der technischen Entwicklung der Schaustellerbranche im 20. Jahrhundert kamen moderne Fahrgeschäfte wie Riesenräder, Schaukeln und Thrill-Rides hinzu, die das Fest zu einem der größten Volksfeste in Nordrhein-Westfalen machten. Auch Musik, Gastronomie und lokale Vereine tragen bis heute zur Attraktivität bei. Trotz Unterbrechungen durch Kriege und Krisen konnte der Pützchens Markt immer wieder aufgebaut werden.

Heute verbindet der Pützchens Markt die historische Wallfahrt zu den Heiligen Maria und Adelheid mit der modernen Kirmeskultur. Die Quelle und die Kapelle erinnern an die ursprüngliche spirituelle Bedeutung, während Fahrgeschäfte, Schaubuden und gastronomische Angebote Unterhaltung bieten. So entsteht eine einzigartige Mischung aus Glaube, Tradition und Freizeitspaß, die jährlich Tausende von Besuchern anzieht.


📅 Pützchens Markt im Kirmeskalender NRW

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