Offizielle Beschwerde gegen die Öffnungszeiten sorgt für Wirbel
Wenige Wochen vor dem Start der Rheinkirmes 2026 sorgt eine offizielle Beschwerde von Anwohnern aus Oberkassel für Diskussionen. Anders als in früheren Jahren geht es dabei nicht um die grundsätzliche Durchführung der Kirmes, sondern gezielt um die Öffnungszeiten in den Abend- und Nachtstunden.

Konkret kritisieren die Anwohner, dass die Rheinkirmes an den Freitagen und Samstagen bis 2 Uhr morgens geöffnet bleiben darf. Nach ihrer Auffassung endet die Belastung für die Anwohner jedoch nicht mit dem Ausschalten der letzten Fahrgeschäfte. Erst danach verlassen Tausende Besucher das Festgelände, sodaß sich die Geräuschkulisse teilweise noch deutlich länger in die Nacht hineinzieht.
Die Beschwerdeführer sprechen von einer erheblichen Einschränkung ihrer Lebensqualität während der Kirmestage. Besonders Familien mit Kindern, Berufstätige und ältere Menschen würden unter den langen Nächten leiden. Ihr Ziel ist eine Verkürzung der Öffnungszeiten, um die Nachtruhe in den angrenzenden Wohngebieten besser zu schützen.
Auf der anderen Seite stößt die Forderung bei vielen Kirmesfans, Schaustellern und Gastronomen auf Kritik. Sie verweisen darauf, dass die Rheinkirmes seit Jahrzehnten mit vergleichbaren Öffnungszeiten durchgeführt wird und gerade die Abendstunden zu den besucherstärksten Zeiten des gesamten Volksfestes gehören. Eine frühere Schließung würde nicht nur das Besuchererlebnis verändern, sondern könnte auch wirtschaftliche Folgen für die zahlreichen Schaustellerbetriebe haben.
Die Diskussion hat damit längst eine grundsätzliche Dimension erreicht. Sie berührt die Frage, wie eine Millionenveranstaltung in einer Großstadt organisiert werden kann, ohne die Interessen der unmittelbaren Nachbarschaft aus dem Blick zu verlieren. Während die einen mehr Rücksicht auf die Anwohner fordern, sehen andere die Gefahr, dass eine der wichtigsten Düsseldorfer Traditionsveranstaltungen schrittweise eingeschränkt werden könnte.
Gerade diese gegensätzlichen Sichtweisen machen den aktuellen Streit so emotional. Denn beide Seiten berufen sich auf nachvollziehbare Argumente – auf der einen Seite das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung, auf der anderen Seite der Wunsch, die größte Kirmes am Rhein in ihrer gewachsenen Form zu erhalten.
ℹ Dieser Beitrag wird bis zum Ende des Events ggf. noch aktualisiert!



