Vom Kirchweihfest zur Großkirmes: Die bewegte Geschichte vom Blasheimer Markt

Geschichte Blasheimer Markt Lübbecke

Der Blasheimer Markt in Lübbecke ist heute weit mehr als eine große Kirmes. Für viele Menschen in Ostwestfalen gehört das Volksfest so selbstverständlich zum Jahreslauf, dass seine mittelalterlichen Wurzeln leicht in den Hintergrund geraten. Dabei reicht die Geschichte des „BlaMa“ weit zurück – und die Entwicklung vom kirchlichen Fest über Vieh- und Krammarkt bis hin zur modernen Großkirmes spiegelt zugleich den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel der Region wider.

Besonders interessant ist dabei eine Tatsache, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint: Die offizielle Stadtgeschichte beschreibt den Blasheimer Markt als aus einem Kirchweihfest hervorgegangen, während die heutige Stadt Lübbecke ihn vereinfacht als ursprünglich aus einem Viehmarkt entstanden bezeichnet. Beides lässt sich miteinander verbinden: Die religiöse Kirchweih bildet den älteren kulturellen Ursprung, während Handel, Viehmarkt und Unterhaltung den Markt im Laufe der Jahrhunderte zu dem machten, was heute als Großkirmes bekannt ist.

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Die Geschichte beginnt lange vor dem ersten gezählten „Blasheimer Markt“

Um die Entstehung des Marktes zu verstehen, muss man zunächst nach Blasheim und zu seiner Kirche zurückblicken.

Blasheim selbst ist bereits im Mittelalter nachweisbar. Eine Urkunde aus der Amtszeit des Mindener Bischofs Milo, also aus dem späten 10. Jahrhundert, nennt den Ort erstmals. Im Mittelalter gehörte Grundbesitz in Blasheim unter anderem den Grafen von Tecklenburg. Diese werden auch mit der Blasheimer Marienkirche in Verbindung gebracht.

Für die Geschichte des Marktes ist die Kirche entscheidend. Die Stadtgeschichtsforschung geht davon aus, dass die Blasheimer Kirche ursprünglich eine spätromanische Saalkirche mit Westturm war und ihre Anfänge mindestens in das späte 12. beziehungsweise frühe 13. Jahrhundert zurückreichen. Die heutige Kirche entstand dagegen in ihrer heutigen Grundgestalt wesentlich später: Zwischen 1493 und 1514 wurde die ältere Kirche zu einer spätgotischen zweischiffigen Hallenkirche umgebaut; 1910 kam das Südschiff hinzu.

Das ist für die Marktgeschichte wichtig, denn aus der Kirchweihe dieser Marienkirche entwickelte sich nach heutiger historischer Rekonstruktion der Blasheimer Markt. Die Weihe war dem Marienfest Mariä Geburt am 8. September zugeordnet. Damit erklärt sich auch der außergewöhnliche Termin des Marktes: Bis heute liegt er traditionell am ersten Septemberwochenende und damit in unmittelbarer Nähe zum 8. September.

1491: Blasheim wird zum bedeutenden Kirchort

Eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg zum späteren Volksfest war das Jahr 1491. Damals erhielt der Blasheimer Pfarrsprengel unter Bischof Heinrich III. von Schauenburg das volle Pfarrrecht. Zum Kirchspiel gehörten neben Blasheim auch Stockhausen, Eikel, Obermehnen und Knöttinghausen.

Die Entwicklung zur eigenständigen Pfarrgemeinde stärkte die Bedeutung des Ortes. Die Kirche war nicht mehr lediglich ein lokales Gotteshaus, sondern Mittelpunkt eines größeren Kirchspiels. Ein Kirchweihfest konnte damit zugleich religiöses Ereignis, Treffpunkt und wirtschaftlicher Anziehungspunkt für die Bevölkerung der Umgebung sein.

Genau diese Verbindung von Glauben, Begegnung und Handel ist typisch für die Entstehung vieler historischer Märkte. Ein Kirchweihfest zog Menschen aus dem Umland an – und wo viele Menschen zusammenkamen, entstanden bald auch Verkaufsstände, Händler und andere Formen des Jahrmarktgeschehens.

Wann genau entstand der Blasheimer Markt?

Hier liegt eine der spannendsten Fragen der gesamten Geschichte – und zugleich eine der schwierigsten.

Der offizielle Marktauftritt selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass sich heute nicht mehr exakt feststellen lässt, wann der Blasheimer Markt erstmals stattfand. Die historische Entwicklung aus dem Kirchweihfest lässt sich wesentlich weiter zurückverfolgen, als es die heutige Jubiläumszählung vermuten lässt.

Gleichzeitig wird der Markt seit Jahrzehnten nach einer bestimmten Zählweise nummeriert. 2019 wurde offiziell der 450. Blasheimer Markt gefeiert. Nach dieser Zählweise führt die Reihe rechnerisch bis in das Jahr 1570 zurück. Die 2019 veröffentlichte Fachliteratur zur Geschichte der Altgemeinde Blasheim enthält ausdrücklich einen Beitrag von Stadtarchivarin Christel Droste mit dem Titel „Von der Christianisierung zum heutigen Blasheimer Markt. Versuch einer Rekonstruktion“.

Das bedeutet allerdings nicht, dass man mit wissenschaftlicher Sicherheit sagen kann: „1570 fand der allererste Blasheimer Markt statt.“ Vielmehr handelt es sich um den Ausgangspunkt der später verwendeten Zählung. Die eigentlichen Wurzeln können älter sein – möglicherweise sogar mehrere Jahrhunderte. Die offizielle Marktgeschichte weist genau auf dieses Problem hin.

Damit lassen sich zwei Ebenen unterscheiden:

Zeitliche EinordnungAussage zur Geschichte
Ende 12./Anfang 13. JahrhundertUrsprünge der Blasheimer Marienkirche und des damit verbundenen Kirchweihgeschehens
1491Blasheim erhält volles Pfarrrecht
1493–1514Ausbau der älteren Kirche zur spätgotischen Hallenkirche
um 1570Beginn der später verwendeten Marktzählung
1645Sonntägliche Kirchweihfeste und Märkte werden untersagt
1735/36Der Markt findet nicht mehr bei der Kirche, sondern in der Wettlage statt
1865Zeitgenössischer Bericht belegt Viehhandel und umfangreiches Jahrmarktsvergnügen
1899Historische Ansichtskarte dokumentiert den Blasheimer Markt
1930erMarkt überwiegend Vieh- und Krammarkt, aber bereits mit Unterhaltung
1950erNachkriegsgeneration erlebt erste markante Fahrgeschäfte und Boxbuden
1971/1974/1975Historische Fotos und Plakat belegen die Entwicklung zur großen modernen Kirmes
1973Zuständigkeit geht im Zuge der Gebietsreform auf die Stadt Lübbecke über
2019450. Blasheimer Markt
2020/2021Zwei pandemiebedingte Absagen
2022451. Markt nach dreijähriger Pause
2026455. Blasheimer Markt

Die Zählung für die jüngere Zeit lässt sich dabei nachvollziehen: Nach dem 450. Markt 2019 fielen die Veranstaltungen 2020 und 2021 aus; 2022 wurde deshalb der 451. Markt gefeiert. 2026 findet entsprechend der 455. statt.

Die Kirchweih wurde zum Blasheimer Markt

Im Mittelalter waren Kirchweihfeste nicht einfach Gottesdienste mit anschließendem Beisammensein. Sie konnten zu großen regionalen Ereignissen werden. Die religiöse Feier bildete den Anlass, gleichzeitig entstanden Handel, Bewirtung und Unterhaltung.

Beim Blasheimer Markt dürfte sich dieser Prozess ebenfalls vollzogen haben. Die Kirche war Ausgangspunkt, doch der wirtschaftliche Charakter nahm im Laufe der Zeit immer mehr Raum ein.

Der Handel mit Vieh spielte dabei eine besonders wichtige Rolle. Die offizielle Marktgeschichte betont, dass der Viehhandel ursprünglich im Vordergrund stand. Auch die Stadt Lübbecke bezeichnet den Markt heute noch als aus einem Viehmarkt hervorgegangen.

Interessant ist also die Entwicklung der Bedeutung:

Kirchweih → Jahrmarkt → Vieh- und Krammarkt → Unterhaltungsmarkt → Großkirmes

Der Blasheimer Markt hat damit mehrere Funktionen, die über Jahrhunderte miteinander verschmolzen sind.

1645: Ein Erlass verändert den Charakter des Festes

Eine entscheidende Zäsur kam im Jahr 1645.

Ein Erlass untersagte sonntägliche Kirchweihfeste und Märkte. Hintergrund war die Auffassung, dass der Sonntag ausschließlich dem Gottesdienst und der religiösen Besinnung dienen sollte. Märkte und Festveranstaltungen sollten nicht mit dem sonntäglichen Gottesdienst konkurrieren.

Für den Blasheimer Markt hatte das langfristige Folgen.

Das Kirchweihfest und der Markt wurden zunehmend voneinander getrennt. Damit verlor die ursprünglich religiöse Begründung des Festes an Bedeutung. Nach Darstellung der Lübbecker Stadtgeschichtsforschung geriet sogar der Zusammenhang zwischen Kirchweihe und Markt zunehmend in Vergessenheit.

Das ist ein wichtiger Punkt für die Geschichte des Blasheimer Marktes: Seine heutige Bezeichnung und sein Erscheinungsbild lassen kaum noch erkennen, dass der eigentliche Ursprung des Festes in einer kirchlichen Feier liegt.

1735/36: Der Blasheimer Markt zieht von der Kirche weg

Noch deutlicher wird dieser Wandel in einer Nachricht aus den Jahren 1735/36.

Nach den Recherchen des Stadtarchivs wusste selbst die Lübbecker Stadtverwaltung zu diesem Zeitpunkt nur noch, dass der Markt früher in der Nähe der Blasheimer Kirche stattgefunden hatte. Inzwischen lag der Veranstaltungsort in der Wettlage.

Damit war die räumliche Verbindung zwischen Kirche und Markt bereits weitgehend aufgehoben.

Das ist historisch bemerkenswert: Während die Menschen weiterhin Jahr für Jahr zum Markt kamen, konnte der ursprüngliche Grund für die Terminwahl und die Entstehung des Festes innerhalb weniger Generationen verblassen.

Der Markt überlebte also den Bedeutungsverlust seines ursprünglichen religiösen Anlasses gerade deshalb, weil er inzwischen selbst zu einer eigenständigen Tradition geworden war.

Der Blasheimer Markt im 19. Jahrhundert: Handel und Vergnügen auf engem Raum

Im 19. Jahrhundert war aus dem kirchlich geprägten Fest endgültig ein bedeutender Jahrmarkt geworden.

Ein besonders anschauliches Zeugnis liefert das Lübbecker Kreisblatt vom 7. September 1865. Die Zeitung berichtete ausführlich über den Markt und nannte sowohl reichlich vorhandenes Vieh als auch ein umfangreiches Unterhaltungsangebot. Zum Marktgeschehen gehörten demnach unter anderem Waffelbuden, Gastwirtschaften und Restaurationsbuden, Tanzmusik, Panoramen, ein Kunstreiter-Zirkus sowie zahlreiche Karussells mit Musik.

Damit zeigt die Quelle etwas Entscheidendes: Der Blasheimer Markt war bereits vor mehr als 160 Jahren nicht mehr nur ein Handelsplatz.

Viehhandel und Jahrmarktvergnügen existierten nebeneinander.

Genau diese Kombination erinnert schon stark an die Struktur moderner Volksfeste. Einerseits kamen Menschen wegen des Handels, andererseits wegen der Unterhaltung, des Essens, der Musik und der Attraktionen.

Besonders spannend ist die Beschreibung des Marktbesuchs bis spät in die Nacht. Die Zeitung schilderte sinngemäß, dass der Markt sogar noch zu später Stunde für viele Menschen ein Anziehungspunkt war.

Was heute nach Kirmesalltag klingt, war damals ein durchaus besonderes Erlebnis.

Handel wurde zum Nebenschauplatz – Unterhaltung wurde immer wichtiger

Die wirtschaftliche Funktion des Marktes blieb lange erhalten, doch mit der Industrialisierung und den Veränderungen im Alltag des 19. und 20. Jahrhunderts änderte sich auch die Bedeutung solcher Jahrmärkte.

Viele Waren, die früher auf regionalen Märkten gekauft wurden, waren zunehmend über Geschäfte dauerhaft verfügbar. Der Markt musste sich deshalb stärker über Erlebnis und Unterhaltung definieren.

Der Blasheimer Markt konnte diesen Wandel offenbar erfolgreich vollziehen.

Die historischen Quellen zeigen, dass sich das Fest von einem Markt mit Viehhandel zu einer immer stärker durch Schausteller, Karussells, Gastronomie und Tanz geprägten Veranstaltung entwickelte. Das alte Handelsfest wurde zunehmend zum Volksfest.

1899: Der Markt wird zum fotografischen Erinnerungsstück

Wie groß die Bedeutung des Marktes bereits um die Jahrhundertwende war, zeigt auch die historische Bildüberlieferung.

Auf der offiziellen Historienseite des Blasheimer Marktes ist eine Ansichtskarte „Gruß vom Blasheimer Markt“ vom 2. September 1899 überliefert. Außerdem finden sich dort historische Aufnahmen aus den Jahren 1971, 1974 und 1980 sowie ein Plakat von 1975.

Gerade Ansichtskarten waren damals ein wichtiges Medium, um besondere Orte und Veranstaltungen über die eigene Region hinaus bekannt zu machen.

Der Blasheimer Markt war damit nicht mehr nur lokales Ereignis, sondern Bestandteil einer regionalen Festkultur.

Der Blasheimer Markt vor dem Zweiten Weltkrieg

Besonders wertvoll für das Verständnis des Marktes im 20. Jahrhundert sind Erinnerungen von Menschen, die den Markt noch vor und während der Kriegszeit erlebt haben.

2015 berichtete der damalige Stadtheimatpfleger Günther Niedringhaus über die Geschichte des Marktes und erinnerte sich an die Zeit ab 1938. Damals wurde der Blasheimer Markt demnach noch an Mittwoch und Donnerstag gefeiert und war überwiegend von seiner Funktion als Viehmarkt geprägt. Schweine, Ferkel und Geflügel spielten eine wichtige Rolle.

Auch der Krammarkt unterschied sich deutlich vom heutigen Angebot. Statt moderner Verkaufsstände wurden unter anderem Haushaltsgegenstände aus Holz, Töpfe, Pfannen, Holzschuhe und Holztröge angeboten.

Das zeigt, wie stark sich die Warenwelt des Marktes verändert hat.

Heute stehen Unterhaltung, Gastronomie und Erlebnis im Zentrum. Damals konnte ein Marktbesuch noch ganz praktische Bedeutung für einen bäuerlich geprägten Alltag haben.

Trotzdem wurde schon damals kräftig gefeiert

Der Blasheimer Markt war allerdings auch in den 1930er-Jahren keineswegs nur ein nüchterner Viehmarkt.

Niedringhaus erinnerte sich daran, dass es zwar vergleichsweise wenige Fahrgeschäfte gab, aber bereits markante Attraktionen vorhanden waren. Besonders bekannt war Feldmanns „Raupe“, bei der sich während der Fahrt ein Dach über den Fahrgästen schloss. Große Festzelte gab es nach seinen Erinnerungen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

Damit wird ein Muster sichtbar, das sich bis heute erhalten hat:

Der Blasheimer Markt war bereits damals eine Mischung aus Handel, Gastronomie, Tanz, Schaustellerei und geselligem Zusammensein.

Nur die konkrete Form der Unterhaltung hat sich geändert.

Nach dem Krieg: Der Markt wird wieder zum Treffpunkt

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich der Blasheimer Markt weiter und wurde für die nachfolgende Generation zu einem festen Bestandteil des Jahres.

Die heutige Quellenlage erlaubt dabei weniger eine lückenlose Aufstellung jedes einzelnen Marktjahrgangs als vielmehr einen Einblick in die Entwicklung des Festes.

Aus den Erinnerungen an die 1950er-Jahre geht hervor, dass nun weitere klassische Schaustellerattraktionen hinzukamen. Genannt wird unter anderem Schlüters Boxbude.

Die Festzelte und das Tanzen blieben wichtige Bestandteile. Gleichzeitig verschob sich das Verhältnis zwischen Handel und Vergnügen weiter zugunsten des Unterhaltungsbereichs.

Die Menschen gingen nicht mehr nur zum Blasheimer Markt, um Tiere oder Waren zu kaufen.

Sie gingen dorthin, um etwas zu erleben.

Vom Jahrmarkt zur Großkirmes

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich die Entwicklung zur modernen Kirmes.

Aus kleinen und mittleren Fahrgeschäften wurden zunehmend größere Anlagen. Der technische Fortschritt veränderte die Schaustellerbranche, und Volksfeste konkurrierten zunehmend über Attraktionen, Gastronomie und Atmosphäre.

Die Bilddokumentation des Blasheimer Marktes macht diesen Wandel deutlich. Auf der offiziellen Historienseite werden unter anderem Aufnahmen von 1971, 1974 und 1980 sowie ein Marktplakat von 1975 präsentiert.

Das Plakat von 1975 ist besonders interessant, weil es den Blasheimer Markt bereits ausdrücklich als „Grösstes Volksfest in Ostwestfalen“ bewirbt.

Damit hatte der Markt endgültig eine Dimension erreicht, die über ein traditionelles Dorf- oder Kirchweihfest weit hinausging.

1973: Der Blasheimer Markt wird städtische Angelegenheit

Ein weiterer wichtiger Einschnitt erfolgte am 1. Januar 1973.

Mit der kommunalen Gebietsreform wurde die ehemals selbstständige Gemeinde Blasheim Teil der Stadt Lübbecke. Bis dahin war die Gemeinde Blasheim beziehungsweise die Verwaltung des damaligen Amtes für die Abwicklung des Marktes zuständig. Mit der Gebietsreform ging diese Zuständigkeit auf die Stadt Lübbecke über.

Historisch ist das mehr als eine Verwaltungsnotiz.

Der Markt hatte seine Wurzeln in einer eigenständigen ländlichen Gemeinde. Nun wurde er Teil der Fest- und Veranstaltungspolitik einer deutlich größeren Stadt.

Der Blasheimer Markt blieb seinem Namen und seiner örtlichen Identität treu, wurde organisatorisch aber endgültig zu einem städtischen Großereignis.

Eine Besonderheit: Der Markt liegt heute nicht vollständig im heutigen Stadtteil Blasheim

Eine interessante Folge der Gebietsreform betrifft den Festplatz selbst.

Der Bereich des heutigen Marktgeländes befindet sich auf Gebiet, das heute dem Stadtteil Obermehnen zugeordnet wird. Vor der Gebietsreform gehörte Obermehnen allerdings als Bauerschaft zur Gemeinde Blasheim. Deshalb wird der Markt bis heute selbstverständlich als „Blasheimer Markt“ bezeichnet, obwohl das eigentliche Festgelände nach der späteren kommunalen Neuordnung teilweise auf Obermehnener Gebiet liegt.

Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie historische Verwaltungsgrenzen und gewachsene regionale Identität auseinandergehen können.

Der Name des Festes blieb dort, wo auch seine Geschichte liegt: bei Blasheim.

Der Markt als Bestandteil der regionalen Identität

Spätestens im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts hatte der Blasheimer Markt eine Bedeutung erreicht, die weit über Lübbecke hinausging.

Heute kommen nach Angaben der Stadt rund 300.000 Besucher zum Fest. Der offizielle Marktauftritt spricht von knapp 300 Geschäften und einem viertägigen Veranstaltungsgeschehen mit Fahrgeschäften, Gastronomie, Verkaufsständen, Schaustellerbetrieben, Festzelten und Gewerbeausstellung.

Damit erfüllt der Markt eine Funktion, die sich seit Jahrhunderten verändert, aber im Kern erhalten hat:

Er bringt Menschen zusammen.

Früher standen religiöse Zusammenkunft und Handel im Vordergrund. Später kamen Viehmarkt und Krammarkt hinzu. Im 19. Jahrhundert wurde der Unterhaltungsbereich immer wichtiger. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine moderne Großkirmes.

Die verbindende Funktion blieb jedoch bestehen.

Ein Markt, der ganze Generationen verbindet

Besonders deutlich wird die gesellschaftliche Bedeutung des Blasheimer Marktes in persönlichen Erinnerungen.

2026 berichtete die Neue Westfälische beispielsweise über ein Ehepaar, das sich 1954 auf dem Blasheimer Markt kennengelernt hatte und dem Fest auch mehr als sieben Jahrzehnte später noch verbunden ist. Für das Paar war der Markt einst Treffpunkt der Jugend – und ist bis heute Bestandteil der eigenen Lebensgeschichte.

Solche Erinnerungen sind zwar keine amtlichen Quellen zur Entstehungsgeschichte des Marktes, sie zeigen aber etwas, das historische Akten kaum erfassen können:

Ein Volksfest lebt nicht allein durch seine Marktordnung oder seine Schausteller.

Es lebt durch die Erinnerungen der Menschen, die dort ihre Kindheit, Jugend, Freundschaften, Familienfeiern und manchmal sogar ihre große Liebe erlebt haben.

Eine historische Kontinuität von erstaunlicher Länge

Gerade diese Verbindung von Geschichte und persönlicher Erinnerung macht den Blasheimer Markt so außergewöhnlich.

Von einer mittelalterlichen Kirchweih bis zur modernen Großkirmes liegen viele Jahrhunderte gesellschaftlicher Entwicklung:

Mittelalter:
Kirche und Kirchweihe bilden den ursprünglichen Anlass.

Frühe Neuzeit:
Aus dem Kirchweihgeschehen entwickelt sich zunehmend ein Markt mit wirtschaftlicher Bedeutung.

17. Jahrhundert:
Kirchweihen und Märkte werden durch obrigkeitliche Regelungen vom Sonntag getrennt.

18. Jahrhundert:
Der Markt findet bereits nicht mehr direkt bei der Kirche, sondern in der Wettlage statt.

19. Jahrhundert:
Viehhandel und Unterhaltung existieren nebeneinander; Schaustellerangebote werden immer vielfältiger.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts:
Der Markt bleibt stark durch Vieh- und Kramhandel geprägt, bietet aber gleichzeitig Tanz, Festzelte und Fahrgeschäfte.

Nach 1945:
Die Kirmes gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird zum großen regionalen Volksfest.

1970er-Jahre:
Der Markt hat sich endgültig als Großveranstaltung etabliert und wird entsprechend beworben.

Seit 1973:
Die Stadt Lübbecke übernimmt als Folge der Gebietsreform die organisatorische Verantwortung.

21. Jahrhundert:
Die Großkirmes verbindet Tradition mit modernen Fahrgeschäften, Gastronomie, Festzelten und einer Gewerbeausstellung.

2019: Der 450. Blasheimer Markt

Ein besonderer Meilenstein war das Jahr 2019.

Damals wurde der 450. Blasheimer Markt gefeiert. Das Jubiläum machte die außergewöhnliche Tradition des Festes besonders sichtbar. Der Markt wurde mit einem umfangreichen Sonderprogramm begangen; unter anderem erhielt die Eröffnung ein eigenes Kinderprogramm, und 450 Überraschungstüten sowie 450 Jubiläums-Lebkuchenherzen wurden verteilt.

Auch die Eröffnung zeigte, wie stark Tradition und moderne Veranstaltungsform inzwischen miteinander verbunden sind: Salutschüsse des Lübbecker Bürgerschützenbataillons eröffneten den Markt, bevor am Abend das traditionelle Höhenfeuerwerk folgte.

Das Jubiläum war deshalb nicht nur ein Blick zurück.

Es war zugleich ein Zeichen dafür, dass ein Fest mit mittelalterlichen Wurzeln im 21. Jahrhundert weiterhin als lebendiges Großereignis funktioniert.

2020 und 2021: Die längste Unterbrechung der jüngeren Geschichte

Eine außergewöhnliche Zäsur brachte die Corona-Pandemie.

2020 wurde der Blasheimer Markt abgesagt. Zeitgenössische Berichte bezeichneten dies als erste Absage seit 1945. Das bedeutet, dass der Markt zuvor über viele Jahrzehnte trotz gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Veränderungen regelmäßig stattgefunden hatte.

Auch 2021 konnte das Volksfest nicht stattfinden. Die Stadt entschied sich angesichts der weiterhin bestehenden Unsicherheiten gegen eine Durchführung. Eine abgespeckte Alternative als Kirmespark wurde ausdrücklich verworfen, weil sie dem besonderen Charakter des Blasheimer Marktes nicht gerecht geworden wäre.

Damit entstand eine für die Marktgeschichte ungewöhnliche Situation:

Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fiel das Fest nicht nur einmal, sondern zweimal hintereinander aus.

2022: Der Neubeginn als 451. Blasheimer Markt

Nach der dreijährigen Unterbrechung – der letzte reguläre Markt war 2019 gewesen – kehrte das Volksfest 2022 zurück.

Am 1. September 2022 begann der 451. Blasheimer Markt. Die Stadt griff dabei bewusst auf bewährte Elemente zurück: Kindereröffnung, Böllerschüsse, Höhenfeuerwerk, Festzelte und umfangreiches Kirmesangebot.

Die Rückkehr war für die regionale Bevölkerung mehr als ein normaler Neustart.

Nach zwei Jahren ohne den vertrauten Markt wurde besonders deutlich, welchen Stellenwert das Fest für das Gemeinschaftsleben besitzt.

Vom traditionellen Markt zum modernen Erlebnisraum

Heute ist vom ursprünglichen Viehmarkt auf den ersten Blick kaum noch etwas zu erkennen.

Der moderne Blasheimer Markt wird durch große Fahrgeschäfte, Gastronomie, Festzelte und zahlreiche Verkaufs- und Unterhaltungsangebote geprägt. Gleichzeitig existieren einzelne traditionelle Elemente weiter, darunter der Markttermin Anfang September und der mit dem historischen Ursprung verbundene Zeitpunkt rund um Mariä Geburt.

Auch der Handel ist nicht vollständig verschwunden. Der offizielle Veranstaltungscharakter umfasst weiterhin Vieh- beziehungsweise Geflügelmarkt und Krammarkt sowie eine Gewerbeausstellung. Die Gewichtung hat sich allerdings eindeutig verändert: Der Viehhandel ist heute nur noch ein kleiner Teil des Gesamtgeschehens.

Damit ist der Blasheimer Markt ein Beispiel dafür, wie eine historische Veranstaltung über Jahrhunderte überleben kann, ohne in ihrer ursprünglichen Form zu erstarren.

2025: Auch die Gewerbeschau muss sich verändern

Die jüngere Geschichte zeigt zudem, dass Tradition allein keine Garantie dafür ist, dass jedes Element des Marktes dauerhaft unverändert bestehen bleibt.

2025 entschied der Ausschuss für den Blasheimer Markt, die Organisation des Gewerbezeltes erstmals als Ganzes an eine private Gesellschaft heimischer Unternehmer zu vergeben. Hintergrund war, dass die Gewerbeausstellung in den Jahren zuvor an Attraktivität verloren hatte und zuletzt wegen mangelnder Nachfrage sogar verkleinert werden musste.

Das ist ein weiteres Beispiel für den permanenten Wandel des Marktes:

Die Tradition des Blasheimer Marktes bleibt bestehen – seine einzelnen Bestandteile müssen sich dennoch immer wieder an neue gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedingungen anpassen.

2026: Der 455. Blasheimer Markt

2026 wurde der Markt als 455. Ausgabe vom 3. bis 6. September gefeiert. Die offizielle Veranstaltungsseite nennt erneut das traditionelle viertägige Format von Donnerstag bis Sonntag, die Eröffnung mit Böllerschüssen, das Höhenfeuerwerk sowie ein umfangreiches Fahr- und Unterhaltungsangebot. Rund 300.000 Besucher gelten weiterhin als Größenordnung für die Veranstaltung.

Damit setzt der Blasheimer Markt seine lange Geschichte fort.

Vom mittelalterlichen Kirchweihfest ist das heutige Erscheinungsbild weit entfernt – doch der zeitliche Bezug zum frühen September erinnert noch immer an die ursprüngliche Verbindung mit der Marienkirche und dem Fest Mariä Geburt.

Die Pest-Legende: Was stimmt – und was sollte man vorsichtig formulieren?

Eine häufig wiederholte Darstellung zur Geschichte des Blasheimer Marktes besagt, dass der Markt ursprünglich in Lübbecke stattgefunden und während mittelalterlicher Pestepidemien nach Blasheim verlegt worden sei, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Diese Erklärung findet sich beispielsweise in Wikipedia.

Bei einer sorgfältigen Darstellung sollte man diese Aussage allerdings nicht als gesicherte Tatsache präsentieren.

Die aktuelle offizielle Historienseite des Blasheimer Marktes und die ausführliche stadtgeschichtliche Darstellung der Stadt Lübbecke stellen vielmehr die Entwicklung aus dem Kirchweihfest der Blasheimer Marienkirche in den Mittelpunkt. Einen belastbaren Nachweis für eine konkrete Verlegung des Marktes wegen einer Pestepidemie liefern diese maßgeblichen Darstellungen nicht.

Für einen seriösen historischen Beitrag ist deshalb folgende Formulierung sinnvoll:

Die Verlegung des Marktes während einer Pestepidemie wird in Darstellungen zur Marktgeschichte überliefert, lässt sich anhand der verfügbaren stadtgeschichtlichen Quellen jedoch nicht eindeutig belegen.

So bleibt die Überlieferung erhalten, ohne aus einer möglicherweise später entstandenen Erklärung eine historische Gewissheit zu machen.

Warum der Blasheimer Markt heute noch so besonders ist

Die außergewöhnliche Langlebigkeit des Blasheimer Marktes lässt sich letztlich auf mehrere Faktoren zurückführen.

Erstens besitzt er eine sehr alte lokale Verankerung. Der Markt gehört nicht einfach zu den vielen Volksfesten, die irgendwann von Veranstaltern ins Leben gerufen wurden. Seine Wurzeln liegen in der Geschichte des Ortes und seiner Kirche.

Zweitens hat sich der Markt immer wieder an neue Zeiten angepasst. Aus dem Kirchweihfest wurde ein Jahrmarkt, aus dem Jahrmarkt ein bedeutender Vieh- und Krammarkt, aus diesem schließlich eine moderne Großkirmes.

Drittens ist der Markt stark mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Generationen von Menschen haben ihn als Kinder besucht, dort erstmals Karussell gefahren, getanzt, Freunde getroffen oder Partnerschaften begonnen. Genau diese emotionale Bindung macht ein Volksfest zu einem kulturellen Erinnerungsort.

Und viertens verbindet der Blasheimer Markt bis heute Tradition und Wandel: Historische Elemente stehen neben High-Tech-Fahrgeschäften, das Höhenfeuerwerk neben moderner Eventgastronomie, der Krammarkt neben großen Fahrgeschäften.

Fazit: Mehr als 450 Jahre – und wahrscheinlich noch viel älter

Die Geschichte des Blasheimer Marktes lässt sich nicht auf eine einzige Jahreszahl reduzieren.

Die heute verwendete Zählung führt bis 1570 zurück und machte 2019 den 450. Markt möglich. Die eigentliche Geschichte reicht nach Einschätzung der Lübbecker Stadtgeschichtsforschung jedoch noch viel weiter zurück: bis zur mittelalterlichen Blasheimer Marienkirche und ihrem Kirchweihfest, dessen Wurzeln mindestens im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert liegen.

Aus einer religiösen Feier wurde ein Markt. Aus dem Markt wurde ein bedeutender Vieh- und Krammarkt. Aus dem Jahrmarkt entstand eine Großkirmes. Und aus dieser wiederum wurde eine der wichtigsten regionalen Veranstaltungen im Veranstaltungskalender Ostwestfalens.

Die erstaunlichste Konstante in dieser langen Geschichte ist deshalb nicht ein bestimmtes Fahrgeschäft, eine bestimmte Marktfläche oder ein bestimmtes Programm.

Es ist der Wandel selbst.

Der Blasheimer Markt hat über Jahrhunderte immer wieder sein Gesicht verändert – und gerade dadurch konnte er seine Tradition bewahren.

Heute ist er die „fünfte Jahreszeit“ Lübbeckes. Seine eigentliche Geschichte beginnt aber nicht mit Riesenrad, Break Dance oder Festzelt, sondern mit einer mittelalterlichen Kirche und einem Fest zu Ehren Mariens.

Und genau darin liegt ein wesentlicher Teil seiner Besonderheit.

Quellen und historische Grundlagen

Die wichtigste Grundlage für die Rekonstruktion der älteren Geschichte ist der Beitrag der Lübbecker Stadtarchivarin Christel Droste, „Von der Christianisierung zum heutigen Blasheimer Markt. Versuch einer Rekonstruktion“, erschienen 2019 in der Festschrift 969–2019 Altgemeinde Blasheim. Die bibliografische Erfassung nennt den Beitrag auf den Seiten 61–86.

Besonders wertvoll ist außerdem die offizielle Historienseite des Blasheimer Marktes, die neben der historischen Einordnung auch eine Bildüberlieferung mit einer Ansichtskarte von 1899 sowie Aufnahmen von 1971, 1974 und 1980 und einem Plakat von 1975 enthält.

Die Stadt Lübbecke selbst dokumentiert die Entwicklung des Marktes im Rahmen ihrer Stadtgeschichte und bestätigt insbesondere den Ursprung aus dem Kirchweihfest, die Bedeutung von Mariä Geburt, die Veränderung im 17./18. Jahrhundert sowie die Entwicklung zum Großmarkt.

Für die jüngere Vergangenheit ergänzen zeitgenössische Berichte die Überlieferung, etwa zu den Erinnerungen an die 1930er- und 1950er-Jahre, zum 450. Jubiläum 2019 sowie zu den coronabedingten Ausfällen 2020 und 2021.


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Stiepeler Fliegenkirmes (Bochum)

Stiepeler Fliegenkirmes Bochum

25.09.26 | 14:00 28.09.26 | 22:00

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Stiepeler Fliegenkirmes – gelebte Tradition mit einzigartiger Geschichte

Die Stiepeler Fliegenkirmes zählt zu den traditionsreichsten Volksfesten im Ruhrgebiet und nimmt innerhalb der nordrhein-westfälischen Kirmeslandschaft eine besondere Stellung ein. Tief verwurzelt im Bochumer Stadtteil Stiepel, verbindet sie religiöse Ursprünge, dörfliches Brauchtum und klassische Kirmesatmosphäre. Aufgrund ihrer langen Überlieferung gilt sie nicht nur als älteste Kirmes Bochums, sondern wird vielfach auch als möglicherweise älteste Kirmes in Nordrhein-Westfalen bezeichnet.

Ursprung und historische Einordnung der Stiepeler Fliegenkirmes

Der Name „Fliegenkirmes“ geht auf eine historische Wallfahrt zurück. Der Überlieferung nach baten Gläubige einst um Schutz vor einer massiven Fliegenplage, die Mensch und Vieh bedrohte. Aus dieser kirchlichen Tradition entwickelte sich im Laufe der Zeit ein weltliches Volksfest, das seinen ursprünglichen Namen bis heute bewahrt hat.

Zwar ist der genaue Ursprung der Fliegenkirmes historisch nicht lückenlos dokumentiert, dennoch verweisen Überlieferungen und lokale Chroniken auf eine außergewöhnlich lange Festtradition. Aufgrund dieser Kontinuität wird die Stiepeler Fliegenkirmes häufig als eine der ältesten, teils sogar als die älteste noch gefeierte Kirmes in NRW eingeordnet – ein Alleinstellungsmerkmal, das ihren besonderen Stellenwert unterstreicht.

Kirmesflair rund um die Dorfkirche

Das Zentrum der Stiepeler Fliegenkirmes liegt rund um die historische Dorfkirche St. Marien und die angrenzenden Plätze. Hier entsteht eine bewusst überschaubare Kirmes, die sich harmonisch in das dörfliche Umfeld einfügt und ihren traditionellen Charakter bewahrt.

Typisch sind klassische Fahr- und Laufgeschäfte, die durch Spielstände, gastronomische Angebote und süße Kirmesspezialitäten ergänzt werden. Moderne Attraktionen treten dabei bewusst in den Hintergrund – im Fokus steht das authentische Volksfestgefühl.

Nachbarschaftsfest mit familiärem Charakter

Die Fliegenkirmes gilt als echtes Nachbarschafts- und Familienfest. Viele Besucher schätzen die ruhige, persönliche Atmosphäre, kurze Wege und das generationenübergreifende Miteinander. Gerade für Familien mit Kindern bietet die Kirmes ideale Bedingungen und unterscheidet sich damit deutlich von großstädtischen Großkirmessen.

Bedeutender Bestandteil der Bochumer Festkultur

Über Stiepel hinaus ist die Fliegenkirmes ein fester Bestandteil des Bochumer Veranstaltungskalenders. Sie steht beispielhaft für den Erhalt regionaler Volksfesttraditionen und zeigt, wie historisch gewachsenes Brauchtum bis heute lebendig gehalten wird.

Fazit

Die Stiepeler Fliegenkirmes ist weit mehr als eine gewöhnliche Kirmes. Als älteste Kirmes Bochums und möglicherweise älteste Kirmes Nordrhein-Westfalens verkörpert sie gelebte Geschichte, dörfliche Gemeinschaft und traditionsreiche Festkultur. Wer authentisches Kirmesflair in besonderem historischen Umfeld erleben möchte, findet hier ein Volksfest mit außergewöhnlichem Charakter und tiefer Verwurzelung.


25.09.26 | 14:00 28.09.26 | 22:00

🕑 Typische Öffnungszeiten

Tagvonbis
Freitag15:00 Uhr22:00 Uhr
Samstag14:00 Uhr22:00 Uhr
Sonntag11:00 Uhr 21:00 Uhr
Montag11:00 Uhr20:00 Uhr

Kath. Kirchengemeinde St. Marien Bochum-Stiepel

Veranstalter-Website anzeigen

Stiepeler Dorfkirchplatz

Brockhauser Straße 74a
Bochum-Stiepel, Nordrhein-Westfalen 44797 Germany
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Blogbeiträge hierzu und weitere Events:

Cranger Kirmes

Cranger Kirmes Herne

05.08.27 | 14:00 15.08.27 | 23:00

Cranger Kirmes
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Cranger Kirmes – Traditionelles Volksfest mit Kultstatus im Ruhrgebiet

Die Cranger Kirmes in Herne-Crange zählt zu den größten und traditionsreichsten Volksfesten Deutschlands. Jährlich im Hochsommer verwandelt sich das weitläufige Kirmesgelände am Rhein-Herne-Kanal für rund zehn Tage in eine pulsierende Festmeile mit Volksfestcharakter, modernster Fahrgeschäftstechnik und ausgeprägter Ruhrgebietstradition.

Geschichte der Cranger Kirmes

Die Ursprünge der Cranger Kirmes reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ausgehend von einem Pferdemarkt, der erstmals 1441 urkundlich erwähnt wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eines der bedeutendsten Volksfeste Nordrhein-Westfalens. Trotz technischer und gesellschaftlicher Veränderungen blieb der bodenständige Charakter erhalten – die Cranger Kirmes gilt bis heute als besonders familiennah, authentisch und regional verwurzelt.

Typische Lauf- und Fahrgeschäfte

Die Cranger Kirmes bietet eine außergewöhnlich breite Mischung aus traditionellen Attraktionen und spektakulären Großfahrgeschäften:

Typische Fahrgeschäfte

  • Große Riesenräder mit Blick über das Ruhrgebiet
  • Moderne Hochfahrgeschäfte (z. B. Launch-Coaster, Propeller- und Überschlagsfahrgeschäfte)
  • Rundfahrgeschäfte wie Break Dance, Top Spin oder klassische Musik-Express-Anlagen
  • Wasserbahnen und Wildwasser-Raftings
  • Familien- und Kinderfahrgeschäfte wie Märchenbahnen, Mini-Autoscooter und Kinderkarussells

Typische Laufgeschäfte

  • Aufwendig gestaltete Geister- und Gruselbahnen
  • Actionreiche Fun- und Hindernislaufgeschäfte
  • Spiegel- und Glaslabyrinthe

Die Auswahl variiert jährlich, bleibt aber stets auf einem für Großkirmessen typischen, hochwertigen Niveau.

Rahmenprogramm & Unterhaltung

Neben den Fahrgeschäften ist das Rahmenprogramm ein zentraler Bestandteil der Cranger Kirmes:

  • Offizielle Eröffnung mit Faßanstich durch den Oberbürgermeister
  • Großer Festumzug durch Herne-Crange (meist am ersten Kirmeswochenende)
  • Live-Musik und DJ-Programme in Bierzelten und Gastronomiebereichen
  • Thematische Tage wie Familien-, Traditions- oder Aktionstage

Feuerwerk
Ein großes, weithin sichtbares Eröffnungsfeuerwerk findet traditionell am Freitagabend zum Auftakt der Kirmes statt und markiert offiziell den Start des Volksfestes.

Kulinarisches Angebot

Die Cranger Kirmes ist bekannt für ihre klassische und regionale Kirmesküche:

  • Bratwurst, Currywurst und Pommes
  • Reibekuchen, Backfisch und Grillspezialitäten
  • Süßwaren wie gebrannte Mandeln, Churros, Zuckerwatte
  • Große Biergärten, Bierzelte und Imbißbetriebe

Crangepass – Sparen auf der Cranger Kirmes

Der Crangepass ist ein Guthabenpass in Form von Crangetalern, der als Zahlungsmittel auf der Kirmes verwendet werden kann.

Arten und Nutzen

  • Fahrpass: Crangetaler für rund 50 Fahr-, Show- und Laufgeschäfte
  • Schlemmerpass: Crangetaler für gastronomische Stände, Glücks- und Spielbetriebe

Kosten und Mehrwert

  • Fahrpass: ca. 15 € für Crangetaler im Wert von 20 €
  • Schlemmerpass: ca. 20 € für Crangetaler im Wert von 25 €

Dadurch ergibt sich ein Mehrwert von etwa 5 € pro Pass.

Verkauf & Verfügbarkeit

  • Crangepässe werden verkauft und sind limitiert
  • Online-Vergabe und Vorverkauf bei Verkaufsstellen im Ruhrgebiet
  • Neben dem Einsatz als Zahlungsmittel enthalten sie häufig Rabatt-Gutscheine für zusätzliche Freizeit- und Kulturangebote

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Fazit

Die Cranger Kirmes verbindet jahrhundertealte Tradition mit moderner Kirmestechnik und einem vielfältigen Unterhaltungsprogramm. Mit ihrem unverwechselbaren Ruhrgebietscharakter, dem großen Feuerwerk zur Eröffnung, dem Festumzug und den Crangepässen ist sie weit mehr als eine klassische Kirmes – sie ist ein kulturelles Großereignis mit bundesweiter Strahlkraft. klassische Kirmes – sie ist ein kulturelles Großereignis mit bundesweiter Strahlkraft.


05.08.27 | 14:00 15.08.27 | 23:00

🕑 Typische Öffnungszeiten

Tagvonbis ca.
Mo – Do14:00 Uhr23:00 Uhr
Freitag14:00 Uhr23:00 Uhr
Samstag13:00 Uhr24:00 Uhr
Sonntag11:00 Uhr23:00 Uhr

Hinweis: Einzelne Attraktionen und Gastronomiestände können eigene Öffnungszeiten haben. Besonders an Wochenenden und Aktionstagen kann es zu verlängerten Öffnungszeiten kommen.

Stiepeler Dorfkirchplatz

Brockhauser Straße 74a
Bochum-Stiepel, Nordrhein-Westfalen 44797 Germany
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🚘 Parkmöglichkeiten (5,- € Gebühr)

  • P1: Dorstener Str. 360, 44653 Herne
  • P2: An der Cranger Kirche, 44653 Herne
  • P3: Adolf-Brenne-Weg, 44653 Herne

Blogbeiträge hierzu und weitere Events:

Historischer Jahrmarkt Jahrhunderthalle Bochum

Historischer Jahrmarkt Jahrhunderthalle

13.02.27 | 11:00 28.02.27 | 19:00

Historischer Jahrmarkt Jahrhunderthalle Bochum
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Historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum – eine Reise in die Vergangenheit

Der Historischer Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum zählt zu den außergewöhnlichsten Volksfesten in Nordrhein-Westfalen. In der einzigartigen Industriekulisse der ehemaligen Gaskraftzentrale des Bochumer Vereins verschmelzen nostalgische Jahrmarktskultur, Technikgeschichte und Unterhaltung zu einem besonderen Erlebnis für Besucher aller Altersgruppen.

Historische Fahrgeschäfte und Jahrmarkttradition

Im Mittelpunkt des Historischen Jahrmarkts stehen liebevoll restaurierte historische Fahrgeschäfte, klassische Schaustellerkunst und authentische Attraktionen aus vergangenen Jahrzehnten. Viele der Exponate stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und werden noch heute mit großem Engagement gepflegt und betrieben.

Die Kombination aus mechanischer Präzision, kunstvoller Gestaltung und traditioneller Musik vermittelt ein echtes Jahrmarktgefühl, das sich deutlich von modernen Kirmessen unterscheidet.

Einzigartige Atmosphäre in industriellem Ambiente

Die Jahrhunderthalle Bochum bietet mit ihrer beeindruckenden Architektur den idealen Rahmen für den Historischen Jahrmarkt. Das Zusammenspiel aus historischen Maschinen, Stahlkonstruktionen und nostalgischen Attraktionen schafft eine Atmosphäre, die deutschlandweit einzigartig ist. Besonders in den Abendstunden entfaltet der Jahrmarkt seinen ganz eigenen Charme.

Unterhaltung, Kultur und Genuß

Neben den Fahrgeschäften erwarten die Besucher klassische Jahrmarktspiele, Varieté-Elemente, Musikdarbietungen sowie ein vielseitiges gastronomisches Angebot mit traditionellen und thematisch passenden Speisen. Der Historische Jahrmarkt ist damit nicht nur ein Vergnügen, sondern auch ein kulturelles Erlebnis, das Technik- und Volksfestgeschichte lebendig werden läßt.

Historischer Jahrmarkt beliebt bei Jung und Alt

Ob Familien, Kirmesfans, Technikbegeisterte oder Nostalgiker – der Historische Jahrmarkt begeistert seit Jahren ein breites Publikum. Durch sein zeitloses Konzept, die hohe Qualität der Präsentation und die besondere Location hat sich die Veranstaltung fest im Veranstaltungskalender des Ruhrgebiets etabliert.

Der Historische Jahrmarkt in der Jahrhunderthalle Bochum steht für Tradition, Handwerkskunst und authentische Jahrmarktatmosphäre – ein Erlebnis, das Vergangenheit erlebbar macht und Generationen verbindet.


13.02.27 | 11:00 28.02.27 | 19:00

🕑 Typische Öffnungszeiten

Tagvonbis
Freitag16:00 Uhr21:00 Uhr
Samstag11:00 Uhr19:00 Uhr
Sonntag11:00 Uhr19:00 Uhr

Bochumer Veranstaltungs-GmbH

Stiepeler Dorfkirchplatz

Brockhauser Straße 74a
Bochum-Stiepel, Nordrhein-Westfalen 44797 Germany
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