Die Geschichte vom Pützchens Markt

Pützchens Markt Bonn

Der Pützchens Markt in Bonn gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Volksfesten Deutschlands. Seine Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert, genauer gesagt auf das Jahr 1667. Der Name „Pützchen“ leitet sich von dem regionalen Wort „Pütz“ ab, was „Brunnen“ oder „Quelle“ bedeutet. Zentral für den Markt sind die kleine Kapelle St. Maria im Pützchen und die heilkräftige Quelle, die im Volksmund als „Pützchen“ bekannt ist.

Die Quelle und die Kapelle waren schon im Mittelalter bedeutende Wallfahrtsorte. Pilger aus der gesamten Region kamen, um das Wasser der Quelle zu nutzen und Gebete zu sprechen. Ursprünglich war der Ort nicht nur der Heiligen Maria geweiht, deren Fürbitte und Schutz die Menschen suchten, sondern auch mit der Heiligen Adelheid von Schaumburg verbunden. Die Verehrung der Heiligen Adelheid konzentrierte sich besonders auf Wohltätigkeit und Heilung, wodurch der Ort eine doppelte spirituelle Bedeutung erhielt: Die Pilger baten um Heilung und Segen und brachten Opfergaben dar.

Aus dieser Wallfahrts- und Andachtstradition entwickelte sich allmählich ein Jahrmarkt. Händler und Handwerker stellten Stände auf, boten Lebensmittel, Waren und kleine Souvenirs an, und die Verbindung von Glaube, Gemeinschaft und Handel legte den Grundstein für das spätere Volksfest.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Pützchens Markt zunehmend zu einem Kirmesereignis. Schausteller, Karussells und Schaubuden bereicherten das Fest, während die reine Wallfahrtsaktivität in den Hintergrund trat. Historische Berichte erwähnen einfache Holzkarussells, Schießbuden und Zuckerwattestände, die bereits zahlreiche Besucher aus Bonn und Umgebung anzogen. Die Kapelle St. Maria und die Verehrung der Heiligen Adelheid blieben jedoch als historische und spirituelle Bezugspunkte erhalten.

Mit der technischen Entwicklung der Schaustellerbranche im 20. Jahrhundert kamen moderne Fahrgeschäfte wie Riesenräder, Schaukeln und Thrill-Rides hinzu, die das Fest zu einem der größten Volksfeste in Nordrhein-Westfalen machten. Auch Musik, Gastronomie und lokale Vereine tragen bis heute zur Attraktivität bei. Trotz Unterbrechungen durch Kriege und Krisen konnte der Pützchens Markt immer wieder aufgebaut werden.

Heute verbindet der Pützchens Markt die historische Wallfahrt zu den Heiligen Maria und Adelheid mit der modernen Kirmeskultur. Die Quelle und die Kapelle erinnern an die ursprüngliche spirituelle Bedeutung, während Fahrgeschäfte, Schaubuden und gastronomische Angebote Unterhaltung bieten. So entsteht eine einzigartige Mischung aus Glaube, Tradition und Freizeitspaß, die jährlich Tausende von Besuchern anzieht.


📅 Pützchens Markt im Kirmeskalender NRW

Kirmesnewsletter NRW abonnieren
BLOG Volksfest Kirmes Freizeitpark
Kirmeskalender NRW