Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026 abgesagt: Warum die älteste Essener Kirmes ausfällt und wie es 2027 weitergehen soll

Die Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026 fällt aus. Nur wenige Tage vor dem ursprünglich geplanten Start der traditionsreichen Kirmes wurde die Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Steigende Kosten, eine rückläufige Zahl an Bewerbungen von Schaustellerbetrieben und damit deutlich höhere Belastungen für die verbleibenden Teilnehmer machten die Durchführung nach Angaben der Interessengemeinschaft Schausteller Essen wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Die für den 5. bis 8. September 2026 angekündigte Appeltatenkirmes auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke findet somit in diesem Jahr nicht statt.

Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026: Keine Karussells in Essen-Werden

Eigentlich sollte Essen-Werden Anfang September wieder zum Treffpunkt für Kirmesfans aus Essen und dem Ruhrgebiet werden. Die Appeltatenkirmes gehört zu den traditionsreichsten Volksfesten der Region und gilt als älteste Kirmes der Stadt Essen. Der Festplatz befindet sich auf dem Parkplatz der Werdener Feintuchwerke an der Brückstraße.

Die Interessengemeinschaft Schausteller Essen hatte die Veranstaltung zunächst regulär für den 5. bis 8. September 2026 angekündigt. In anderen Veranstaltungskalendern war teilweise der Zeitraum 4. bis 7. September genannt worden. Maßgeblich für die Essener Kirmestermine war jedoch die Terminübersicht der Interessengemeinschaft Schausteller Essen mit dem Zeitraum 5. bis 8. September.

Nun bleiben die Fahrgeschäfte, Buden und gastronomischen Geschäfte jedoch zuhause beziehungsweise auf anderen Plätzen. Eine 2026er Kirmesbeschickung wird es in Werden nicht geben.

Der entscheidende Punkt: Zu wenige Schausteller bei gleichzeitig steigenden Kosten

Nach Angaben von Schaustellerpräsident Albert Ritter waren die Kosten für die Durchführung der Veranstaltung in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Besonders die Stromversorgung belastet die Veranstalter.

Da die Essener Schausteller ihre Kirmesveranstaltungen selbst organisieren und finanzieren, werden die anfallenden Kosten auf die teilnehmenden Betriebe verteilt. Wenn sich weniger Schausteller bewerben beziehungsweise zugesagte Betriebe ihre Teilnahme wieder zurückziehen, steigt der Kostenanteil für die übrigen Teilnehmer.

Genau diese Entwicklung habe sich 2026 in Werden zugespitzt.

Neben den allgemeinen Veranstaltungs- und Infrastrukturkosten spielen insbesondere die Kosten für die Stromversorgung eine Rolle. Für die Kirmes wird Baustellenstrom benötigt. Nach Angaben Ritters entstehen dabei unter anderem hohe Kosten für einen modernen Transformator. Hinzu kommen weitere Aufwendungen, beispielsweise für Absperrungen und Sicherheitsmaßnahmen.

Für die Schausteller bedeutet das ein schwieriges wirtschaftliches Verhältnis: Eine kleinere Kirmes mit weniger Geschäften kann zwar weiterhin attraktiv für Besucher sein, gleichzeitig müssen aber viele Fixkosten unabhängig von der Zahl der Fahrgeschäfte und Buden getragen werden.

Welche Geschäfte wären für die Appeltatenkirmes typisch gewesen?

Die Werdener Kirmes ist aufgrund ihrer vergleichsweise kleinen Stellfläche traditionell keine Veranstaltung mit einer riesigen Zahl an Großfahrgeschäften. Das Konzept ist vielmehr auf eine klassische Familienkirmes ausgerichtet.

Typisch sind unter anderem ein Autoscooter, eine Berg- und Talbahn beziehungsweise ein Musikfahrgeschäft, Kinderkarussells sowie kleinere Attraktionen. Hinzu kommen Spielgeschäfte, gastronomische Angebote und die für eine Stadtteilkirmes typischen Süßwaren- und Imbissstände.

Auch in den vergangenen Jahren war die Beschickung relativ überschaubar. Im Kirmesforum wurde beispielsweise für 2025 als tatsächliche Beschickung ein Autoscooter von Hanowski, die Berg- und Talbahn von Hüsgen, ein Trampolin sowie ein Kinderkarussell genannt.

Bereits daran zeigt sich eines der Probleme der Veranstaltung: Die Kirmes verfügt zwar über eine lange Tradition, die Zahl der größeren Fahrgeschäfte war zuletzt jedoch begrenzt.

Rückblick: So sah die Beschickung 2025 aus

Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist für die aktuelle Absage durchaus interessant.

Für 2025 wurden unter anderem folgende Geschäfte dokumentiert:

GeschäftBetreiber
AutoscooterHanowski
Berg- und TalbahnHüsgen
Trampolin
Kinderkarussell
Stand2025

Die Angaben stammen aus dem Kirmesforum und beziehen sich auf die tatsächlich aufgefahrene beziehungsweise vor Ort dokumentierte Beschickung 2025.

Auch 2023 war die Beschickung mit Autoscooter, Herzchenbahn, Trampolin und Kinderkarussell vergleichsweise klein. Damals wurde im Kirmesforum bereits kritisch über die geringe Zahl an Fahrgeschäften diskutiert.

Das macht deutlich, dass die aktuelle Absage nicht völlig isoliert betrachtet werden kann. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen treffen auf eine Veranstaltung, deren Platzangebot und Beschickungsumfang ohnehin begrenzt sind.

Keine Angaben zu Feuerwerk, Live-Acts oder Familientag für die Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026

Mit der Absage entfällt selbstverständlich auch das geplante Kirmesprogramm.

Für 2026 lässt sich deshalb kein bestätigtes Feuerwerk, kein verbindlicher Live-Act und kein regulärer Familientag als Bestandteil der abgesagten Appeltatenkirmes nennen.

Auch konkrete Rabattaktionen wie eine Happy Hour oder spezielle Fahrpreisaktionen können für die ausgefallene Veranstaltung nicht als durchgeführt beziehungsweise bestätigt dargestellt werden.

Allgemein ist die Werdener Kirmes traditionell familienorientiert. Der begrenzte Festplatz wird eher durch eine Mischung aus Fahrgeschäften für verschiedene Altersgruppen, Kinderattraktionen, Gastronomie und Spielgeschäften genutzt als durch eine große Zahl spektakulärer Großfahrgeschäfte.

Die Appeltaten bleiben trotzdem ein wichtiger Bestandteil der Tradition

Auch wenn die Kirmes 2026 ausfällt, verschwindet die Tradition der Appeltaten damit nicht.

Namensgeber der Veranstaltung sind die traditionellen Appeltaten, eine regionale Apfel-Spezialität, die eng mit dem Werdener Fest verbunden ist. Die Kirmes steht außerdem in Verbindung mit dem traditionsreichen Ludgerusfest.

Die Geschichte der Veranstaltung reicht weit zurück. Die Appeltatenkirmes gilt als älteste Kirmes der Stadt Essen und gehört damit zu den besonders traditionsreichen Jahrmärkten im Ruhrgebiet.

Gerade diese Verbindung aus kirchlicher Tradition, Stadtteilfest und klassischer Kirmes macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus.

Platz der Werdener Feintuchwerke bleibt 2026 leer

Der eigentliche Festplatz befindet sich an der Brückstraße auf dem Gelände der Werdener Feintuchwerke.

Normalerweise entsteht dort Anfang September für einige Tage eine kleine Kirmeswelt mit Fahrgeschäften, Buden, Licht und Musik. 2026 wird diese Atmosphäre jedoch fehlen.

Für Kirmesfans ist die Absage besonders bitter, weil die Entscheidung erst relativ kurz vor dem geplanten Beginn bekannt wurde. Noch kurz zuvor führten die offiziellen Veranstaltungskalender die Appeltatenkirmes als regulären Termin.

Warum die Absage auch für andere Essener Kirmessen interessant ist

Die Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026 ist kein Einzelfall, wenn es um die wirtschaftlichen Herausforderungen der Schaustellerbranche geht.

Gerade kleinere Kirmessen stehen vor einem schwierigen Spagat: Besucher erwarten eine attraktive Beschickung, während die Veranstalter gleichzeitig hohe Infrastruktur-, Energie-, Sicherheits- und Platzkosten tragen müssen.

Hinzu kommt die Konkurrenz durch zahlreiche größere Volksfeste. September und Oktober gehören zu den besonders veranstaltungsreichen Monaten im Kirmeskalender NRW. Schaustellerbetriebe müssen deshalb entscheiden, welche Plätze wirtschaftlich interessant sind. Laut Albert Ritter war auch diese Konkurrenzsituation ein Grund dafür, dass 2026 weniger Bewerbungen für Essen-Werden eingingen.

Hoffnung auf die Appeltatenkirmes 2027

Trotz der Absage soll die traditionsreiche Veranstaltung nicht endgültig aufgegeben werden.

Albert Ritter kündigte gegenüber dem WDR an, dass die Schausteller versuchen wollen, die Kirmes 2027 wieder auszurichten. Dafür soll die Veranstaltung erneut ausgeschrieben werden. Voraussetzung ist allerdings, dass sich wieder genügend Schaustellerbetriebe für eine Teilnahme interessieren.

Auch von Seiten der Interessengemeinschaft Schausteller Essen gibt es entsprechende Signale. Oliver Müller erklärte, dass daran gearbeitet werde, die Standkosten für die Schausteller wieder auf ein wirtschaftlich vertretbares Niveau zu bringen. Nach Angaben von Baldeneysee.Ruhr laufen dazu bereits Gespräche mit Westnetz.

Damit könnte die Absage 2026 zwar einen tiefen Einschnitt darstellen, gleichzeitig aber auch der Ausgangspunkt für eine Neuordnung der Veranstaltung sein.

Fazit: Die Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026 fällt aus – 2027 soll der Neustart gelingen

Die Appeltatenkirmes Essen-Werden 2026 wird nicht stattfinden. Die ursprünglich für Anfang September geplante Kirmes wurde wegen der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kurzfristig abgesagt.

Besonders problematisch waren die Kombination aus gestiegenen Fixkosten, hohen Strom- und Infrastrukturkosten sowie einer zu geringen Zahl an Bewerbungen. Dadurch wären die Kosten für die einzelnen teilnehmenden Schaustellerbetriebe zu hoch geworden.

Eine vollständige 2026er Beschickung kann deshalb nicht seriös angegeben werden. Die aus den Vorjahren bekannten Stammgeschäfte – darunter insbesondere Autoscooter und Berg- und Talbahn – dürfen nicht automatisch als für 2026 bestätigt betrachtet werden.

Für Kirmesfans bleibt somit nur die Hoffnung auf einen Neustart im kommenden Jahr. Die Interessengemeinschaft Schausteller Essen will die Appeltatenkirmes nach Möglichkeit 2027 wieder ausschreiben und damit eine der ältesten Kirmestraditionen Essens fortsetzen.

Stand der Informationen: 28. August 2026.

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