Chronologischer Ablauf der Libori-Woche
Libori in Paderborn ist weit mehr als ein Volksfest. Seit dem Jahr 836 verbindet das Fest die Verehrung des heiligen Liborius mit einem großen Krammarkt und einem der größten Volksfeste Deutschlands. Der folgende Ablauf zeigt, wie sich die kirchlichen und weltlichen Programmpunkte während der gesamten Festwoche miteinander verbinden.

Samstag – Feierliche Eröffnung von Kirche, Pottmarkt und Libori
Gegen 14:00 Uhr – Festliches Einläuten
Mit dem gemeinsamen Glockengeläut des Paderborner Domes und zahlreicher Innenstadtkirchen beginnt traditionell die Libori-Woche. Das Einläuten ist das erste offizielle Zeichen des Festbeginns und stimmt die Stadt auf die bevorstehenden Feierlichkeiten ein.
15:00 Uhr – Pontifikalvesper mit Erhebung der Reliquien
Im Hohen Dom zu Paderborn beginnt die feierliche Pontifikalvesper. Zu Beginn der Liturgie werden die Reliquien des heiligen Liborius aus ihrer Ruhestätte in der Krypta erhoben. Während der feierlichen Prozession in den Hochchor erklingt dreimal der traditionelle Libori-Tusch, der ausschließlich zu diesem Anlass gespielt wird.
Nach der Erhebung wird der kostbare Libori-Schrein im Hochchor aufgestellt und bleibt dort bis zum Libori-Dienstag zur Verehrung durch die Gläubigen.
Anschließend – Eröffnung der Libori-Woche
Nach dem Ende der Pontifikalvesper eröffnen Stadt und Erzbistum gemeinsam die Libori-Woche. Parallel nehmen der traditionsreiche Pottmarkt in der Innenstadt sowie das große Libori-Volksfest auf dem Liboriberg ihren Betrieb auf.
Schon am ersten Nachmittag füllen sich die Straßen der Innenstadt mit Besucherinnen und Besuchern, während auf dem Liboriberg die ersten Fahrgeschäfte ihre Runden drehen und die Gastronomiebetriebe öffnen.
Sonntag – Höhepunkt der kirchlichen Feierlichkeiten
Vormittag – Pontifikalamt
Am Sonntagmorgen wird im Dom das feierliche Pontifikalamt gefeiert.
Anschließend – Große Libori-Prozession
Im Anschluss zieht die traditionsreiche Libori-Prozession durch die Paderborner Innenstadt. Der Libori-Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wird von Bischöfen, Priestern, Ordensgemeinschaften, Messdienern, Schützen- und Bruderschaften, kirchlichen Verbänden, Musikkapellen und Tausenden Gläubigen begleitet.
Nach der Rückkehr in den Dom besteht erneut Gelegenheit zur Verehrung der Reliquien.
Ganztägig – Volksfest und Pottmarkt
Während die Prozession zahlreiche Besucher anzieht, herrscht gleichzeitig auf dem Liboriberg reger Betrieb. Fahrgeschäfte, Spielgeschäfte, Imbissbetriebe und Biergärten sind geöffnet. Auch der historische Pottmarkt mit seinen Hunderten Verkaufsständen lädt zum Bummeln ein.
Montag – Tag der Pilger
Der Montag steht traditionell im Zeichen der Wallfahrer.
Im Dom finden bereits am Morgen mehrere Pilgergottesdienste sowie Eucharistiefeiern statt. Zahlreiche Wallfahrtsgruppen besuchen den Libori-Schrein und nutzen die Gelegenheit zur Reliquienverehrung.
Parallel erleben Besucher auf dem Liboriberg einen normalen Festtag mit geöffneten Fahrgeschäften, Gastronomiebetrieben und dem Pottmarkt.
Dienstag – Rückführung der Reliquien
Vormittag – Pontifikalamt
Mit einem feierlichen Pontifikalamt beginnt der Libori-Dienstag.
Anschließend – Beisetzung der Reliquien
Nach dem Gottesdienst werden die Reliquien des heiligen Liborius in einer feierlichen Zeremonie wieder vom Hochchor in die Krypta des Domes zurückgebracht. Damit endet die öffentliche Reliquienverehrung bis zum nächsten Libori-Fest.
Ganztägig – Kirmesbetrieb
Für die Besucher des Volksfestes läuft der Festbetrieb auf dem Liboriberg sowie auf dem Pottmarkt ohne Unterbrechung weiter.
Mittwoch – Freitag – Begegnungstage und Volksfest
In der zweiten Wochenhälfte prägen zahlreiche thematische Gottesdienste, Andachten, Vespern und Begegnungsveranstaltungen das kirchliche Programm.
Währenddessen bieten der Pottmarkt und das Volksfest täglich Unterhaltung für alle Altersgruppen. Besonders in den Abendstunden herrscht auf dem Liboriberg eine stimmungsvolle Atmosphäre mit beleuchteten Fahrgeschäften, Biergärten und Festzelten.
Donnerstag – Familientag
Traditionell findet am Donnerstag der Familientag statt. Viele Schausteller gewähren vergünstigte Fahrpreise und Sonderangebote. Auch zahlreiche Verkaufsstände beteiligen sich mit Rabattaktionen.
Samstag – Festwochenende
Am zweiten Samstag erreicht Libori regelmäßig einen weiteren Besucherhöhepunkt. Bereits am Nachmittag füllen sich Innenstadt und Liboriberg. Bis in die Abendstunden genießen Tausende Gäste das vielfältige Angebot aus Fahrgeschäften, Gastronomie und Krammarkt.
Letzter Sonntag – Abschluss der Libori-Woche
Am letzten Sonntag endet die Libori-Woche mit einem feierlichen Dankgottesdienst im Paderborner Dom. Zwar befinden sich die Reliquien des heiligen Liborius bereits seit dem Dienstag wieder in der Krypta, dennoch bildet dieser Gottesdienst den offiziellen liturgischen Abschluss des Festes.
Zeitgleich genießen viele Besucher ein letztes Mal die besondere Atmosphäre auf dem Liboriberg und dem Pottmarkt. Nach dem Abschlußfeuerwerk am Sonntagabend, beginnen Schausteller und Marktbeschicker mit dem Abbau ihrer Geschäfte.
Mit dem Ende des letzten Festtages verabschiedet sich Libori für ein weiteres Jahr – als traditionsreiche Verbindung aus Glauben, Kultur, Handel und Volksfest, die seit fast 1.200 Jahren das Leben in Paderborn prägt.
📌 Fazit zum Libori Fest
Die Geschichte des Festes ist eng verwoben mit dem Leben und Wirken des heiligen Liborius – eines Bischofs des 4. Jahrhunderts, dessen Reliquien im Jahr 836 nach Paderborn gebracht wurden. Dieses Ereignis führte zur Entstehung eines Festes, das religiöse Verehrung, städtische Kultur und soziales Brauchtum verbindet. Über mehr als tausend Jahre hat sich Libori von einem liturgischen Gedenktag zu einem der größten Volksfeste Deutschlands entwickelt, das bis heute Millionen Menschen anzieht.




